Lukas Quack arbeitet als Konzeptleiter in der Technologieentwicklung für Batteriesysteme bei Volkswagen in Braunschweig. Im Jahr 2024 war er bereits mit seinem ID.3 und zwei Fahrrädern auf dem Gepäckträger bis nach Sardinien unterwegs. Die Reise- und Abenteuerlust setzte er 2025 im Rahmen einer dreimonatigen Auszeit fort, dieses Mal über die europäischen Grenzen hinweg, bis auf den afrikanischen Kontinent. Seine Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse auf dieser ikonischen Reise hat er in einem Blogbeitrag im Volkswagen Intranet festgehalten – den wir auch an dieser Stelle gerne vorstellen. Lukas Quack ist mit seinem ikonischen Reisebericht Teil der aktuellen „ICONIC“ Ausstellung.
„Nach sechs Jahren intensiver Entwicklungsarbeit an Batteriesystemen für Zwei- und Vierräder hatte ich Lust auf eine Weiterentwicklung meiner kulturellen Erfahrungen und meines geographischen Wissens. Wie auch andere Kolleginnen und Kollegen in ihren Blog-Einträgen beschrieben haben, erlebe auch ich häufige Diskussionen über die Langstreckentauglichkeit von Elektroautos und die Anzahl der Ladestationen.“
„So entstand meine Idee, den mir teilweise noch unbekannten Süden Europas und darüber hinaus auch einen Teil von Afrika elektrisch zu erkunden und zu beweisen, dass es dort ebenfalls Strom zum Aufladen gibt.“
Eine ikonische Reise
- 10.000 km durch Europa
- über 400.000 öffentliche Ladesäulen
- mehr als 3.000 km Rundreise durch Marokko
- 170 öffentliche Ladesäulen
„Ich startete meine Reise Ende September vergangenen Jahres bei mir zu Hause in Köln mit dem ersten Ziel, das Mittelmeer zu erreichen. Am ersten Tag absolvierte ich knapp 1.000 Kilometer bis zur italienischen Küste.“
Mittelmeer entlang zu den Pyrenäen
„Danach ging es weiter durch Frankreich bis nach Spanien an die Ausläufer der Pyrenäen. Langsam wurde es wärmer und das Meer lud zum Baden ein. Direkt vor dem Campingplatz war es mit vier öffentlichen Ladepunkten einfach zu laden. Der Sonnenaufgang in Spanien verzaubert mit seinem Farbenspiel trotz frostiger 12 °C.“
„Anschließend zog es mich ins Landesinnere nach Saragossa zu Freunden. Dort konnte ich sogar in der Garage per Schuko-Stecker laden, also mit einem üblichen Haushaltsstecker an einer 230-Volt-Steckdose. So nah an den Pyrenäen nutzte ich die Gelegenheit und verbrachte noch einige Tage im Wanderparadies Ordesa, mit seinen malerischen Wäldern und dem beeindruckenden Bergmassiv, das sich daraus erhebt.“
„Seit Längerem zog es mich schon an den SEAT-Standort Martorell.“
Ich freute mich, meinen geschätzten Kollegen Fabian Völke nach langer Zeit wiederzusehen. Er wurde für zwei Jahre dorthin entsandt. In den frühen Entwicklungs-Phasen haben wir an einem gemeinsamen Projekt zusammengearbeitet.
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Entlang der Küste wurden im Süden die Ultra-Schnell-Ladestationen weniger
„Es fiel mir schwer, mich von vertrauten Orten und bekannten Gesichtern loszulösen, aber schließlich machte ich mich auf den Weg weiter Richtung Sahara, entlang der Küste Spaniens. Von Sitges ging es weiter nach Almería und anschließend Richtung Portugal. In der Nähe von Granada fiel mir auf der Karte das Gebiet Sierra Nevada ins Auge und speziell der Pico Veleta mit fast 3.400 Metern Höhe. Auch wenn ich eigentlich im Urlaub war, konnte ich einem kleinen Leistungstest nicht widerstehen: Ich fuhr los mit 60 Prozent Ladezustand von 680 Höhenmetern und nach einigen kurvigen Straße war ich schon auf 2.510 Metern Höhe. Oben angekommen waren noch 36 Prozent im Akku übrig. Nach dem Genuss des Ausblicks ging es schon wieder bergab und der Ladezustand kletterte wieder auf 44 Prozent. Durch das Rekuperieren hat die Tour also „nur“ 16 Prozent Akku verbraucht und nahezu keinen Bremsenverschleiß verursacht. Einfach immer wieder faszinierend!“
„Vor dem Sprung rüber nach Afrika klärte ich noch letzte Formalitäten und Versicherungen und erkundete währenddessen den südlichen Teil Portugals. Die Algarve entzückte mit einer bunten und durch den rauen Atlantik stark zerklüfteten Küste und einer Weite, die ihresgleichen sucht. Mein Blick wanderte den Horizont entlang, in der Hoffnung bereits die afrikanische Küste zu erspähen, aber vergebens.“
„Dann ging es endlich los und nach sieben Wochen Europa nahm ich von Tarifa aus die Fähre, um die 14 Kilometer nach Afrika überzusetzen.“
Marokko hat nur 170 öffentliche Ladestationen
„Vorfreude, aber auch Respekt vor dem mir fremden Kontinent, dem Land und seiner Kultur durchflutete mich bei der Überfahrt. Die Ladeinfrastruktur mit nur 170 öffentlichen Ladestationen für eine Fläche, die 25 Prozent größer als Deutschland ist, ließ mich jede Fahrt im Vorfeld genauer planen und vorbereiten. Zum Vergleich: Laut Bundesnetzagentur gibt es in Deutschland 193.985 Ladepunkte. Gut, dass ich vier Wochen Zeit eingeplant hatte, denn ich wollte bis in die Sahara und wieder zurück – insgesamt etwa 3.000 Kilometer. Ein Spruch, der mir immer hilft, im Gedächtnis bleibt und der auch hier in Marokko galt: „Strom ist überall“. Meine erste Unterkunft in der marokkanischen Stadt Tanger überraschte direkt mit zwei kostenlosen 11-kW-Wallboxen in einem eher rustikalen Apartment-Hotel. Damit war der Start ein paar Tage später mit 100 Prozent Ladezustand gesichert.“
„ch brach ins Landesinnere auf. Je zwei Nächte verbrachte ich in Chefchaouen und Fes und tauchte tiefer in die bunte Kultur und Landschaft ein. Ich überstand den abenteuerlichen Verkehr auf den engen und kurvigen Landstraßen, bis ich vor den Ausläufern des hohen Atlas ankam. Die drei bis dorthin genutzten „Schnellladestationen“ mit 50 kW haben alle ihren Dienst brav verrichtet und ich war froh, mit 100 Prozent Ladezustand die große Überquerung des Gebirges antreten zu können.“
Überquerung des hohen Atlas in die Sandregion
„Herausfordernd war nicht die Länge der Strecke mit circa 300 Kilometern, sondern die voraussichtlich zu überwindenden 4.500 Höhenmeter. Der Energieverbrauch bei ebener Strecke ist hauptsächlich vom Luftwiderstand und der Stirnfläche des Fahrzeugs abhängig. Bei der Überwindung von Höhenmetern muss jedoch die Fahrzeug-Masse von über 1.900 Kilogramm zuerst auf den höchsten Punkt bewegt werden, bevor bei der Abfahrt durch Rekuperation die Energie wieder zurückgewonnen werden kann.“
„Nach dem ersten Höhenflug kam die Überraschung aus dem Nichts. Der Straßenbelag wechselte von Teer auf Schotter und das Fahren wurde langsamer und deutlich anspruchsvoller mit großen Schlaglöchern. Das Abenteuer wurde noch spannender: Riesige Baustellen mit aufgeschütteten, provisorischen Fahrwegen tauchten auf. Gewaltige Bagger und Radlader trugen den Berg ab und verteilten die spitzen Steine auf die Fahrwege. Der ID.3 und ich wühlten uns durch das Chaos und meisterten die Herausforderungen gemeinsam, ohne einen Reifenschaden oder Ähnliches. Nach über sieben Stunden Fahrt in der Unterkunft in Ouarzazate angekommen, waren sogar noch 32 Prozent im Akku verbleibend und ich durfte dort per Schuko-Stecker kostenlos aufladen.“
Die erste Pause nach dem großen Anstieg ins Gebirge.
„Der Schreck-Moment in der Baustelle mitten im Gebirge auf der Dashcam festgehalten: Ein Bagger schüttete die Steine direkt auf den Fahrtweg und die Sicht war stark eingeschränkt. Das Aufladen mit 10 Metern Verlängerungskabel an einer Schuko-Steckdose ohne Erdung war abenteuerlich. Gute Vorbereitung und Ausrüstung ermöglichten es trotzdem aufzuladen.“
Auf in die Sahara!
„Die volle Aufladung für den ID.3 und Erholung für mich waren notwendig, denn als nächstes führte uns die Reise bis ans Ende der öffentlichen Straßen in Mhamid. Ein Guide begleitete mich dafür sogar die nächsten Tage bis in die Sahara. An diesem Punkt knackte ich auf meiner Reise auch die große Zahl von 10.000 gefahrenen Kilometern! Jetzt ging es nur noch mit einem Kamel oder einem Allrad-Fahrzeug und ausreichend Bodenfreigang weiter. Ich musste meinen getauften ID.3, den „Eidee“, für eine Nacht unter den Palmen an der Steckdose ladend zurücklassen und brach zur Erkundung meines finalen Reiseziels mit einer Fahrgemeinschaft im Jeep auf. Die Sahara beeindruckte mit ihrer Weite, dem Wechsel von großen Steinfeldern zu riesigen Dünen und durch das breite Temperatur-Spektrum zwischen brütenden 30 Grad Celsius am Tag und frostigen 6 Grad Celsius in der Nacht. Ein Ritt auf dem Kamel bereitete mir unheimlich viel Spaß, war aber bereits nach 40 Minuten ziemlich ermüdend. Auch das Leben und „Überleben“ von Mensch und Tier mit wenigen Ressourcen ließ mich nochmal mehr schätzen, dass ich dort sein durfte.“
Die lange Rückreise nach Deutschland
„Erfüllt und zufrieden von den Eindrücken dieser abenteuerlichen Reise, ging es nach einer Nacht im Zelt in der Wüste, langsam, aber sicher nach Hause. Die Route führte mich am hohen Atlas-Gebirge entlang Richtung Küste. Die Küste zeigte nochmal die schönste Seite von Marokko mit leuchtenden Sonnenuntergängen, endlosen Sandstränden und faszinierenden Städten. Dabei haben mich besonders die marokkanische Hauptstadt Rabat und die Hafenstadt Casablanca nachhaltig beeindruckt. In Rabat ist die kulturelle Vielfalt von alter Historie bis zur heutigen Moderne anhand der alten Burgen und dem einzigen Wolkenkratzer Marokkos zu finden. In Casablanca konnte ich noch einen Einblick in den Islam bekommen und die Moschee Hassan-II. besuchen.!“
„Nach vier Wochen Marokko ging es nach der Überquerung der Gibraltar-Meerenge den bekannten Weg entlang der spanischen Küste wieder zurück in den Norden. Mit ein paar ausgiebigen Pausen in den spanischen Städten Mojácar und Sitges fuhr ich mit einer Übernachtung in Genf in die winterliche Heimat Köln.“
Das DRIVE
Faszination im Herzen von Berlin: Willkommen im Volkswagen Group Forum! Willkommen an einem Ort voller Bewegung, Begegnung und Mobilität.